# Trend-Radar KW 29/2026: DSGVO-Ausnahme, KI-Texte ohne Index und Apples Handwerker-Bann

> Neu im Trend-Radar: Berlin will kleine Firmen von der DSGVO ausnehmen, Google erklärt Index-Probleme bei KI-Texten, Apple verbannt Handwerker-Anzeigen.

- Quelle: https://bezahlbare-webseite.de/ratgeber/trend-radar-kw29-2026/
- Datum: 2026-07-17
- Sprache: de
- Thema: Trend-Radar (wöchentlich)

Der Trend-Radar ist unser wöchentlicher Blick auf Nachrichten, die für Selbständige und kleine Firmen mit eigener Website wirklich zählen. Diese Woche: Die Bundesregierung will kleine Unternehmen von der DSGVO ausnehmen, Google erklärt, warum KI-Texte oft gar nicht erst in den Index kommen, KI-Bilder landen direkt in den AI Overviews — und Apple wirft Handwerksbetriebe aus seiner Maps-Werbung.

## Bundesregierung will kleine Firmen von der DSGVO ausnehmen

Im Koalitionspapier „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung" kündigt die Bundesregierung an, sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, kleine und mittlere Unternehmen, nichtkommerzielle Tätigkeiten und risikoarme Datenverarbeitungen vom Anwendungsbereich der DSGVO auszunehmen (Maßnahme 14). Dazu sollen weniger Pflichten für betriebliche Datenschutzbeauftragte in KMU kommen. Nach der EU-Definition wären fast alle deutschen Unternehmen betroffen: Als KMU gelten Firmen mit weniger als 250 Beschäftigten und höchstens 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Fachportale wie Dr. Datenschutz ordnen ein (Beitrag vom 15. Juli): Deutschland kann die DSGVO nicht im Alleingang ändern, und für eine so radikale Reform ist auf EU-Ebene keine Mehrheit absehbar — die aktuell verhandelten Omnibus-Änderungen der EU-Kommission fallen deutlich kleinteiliger aus.

Was heißt das für Sie? Erst einmal: nichts ändern. Die DSGVO gilt weiter, samt Datenschutzerklärung, Auskunftspflichten und AV-Verträgen — wer jetzt Pflichten schleifen lässt, riskiert Bußgelder und Abmahnungen für eine Reform, die vielleicht nie kommt. Realistisch sind eher punktuelle Erleichterungen über die EU-Omnibus-Pakete, etwa bei Dokumentationspflichten. Beobachten ja, vorauseilend abbauen nein.

## Google: „Gecrawlt, nicht indexiert" ist oft ein Qualitätsurteil

Im aktuellen „Search Off the Record"-Podcast haben Googles John Mueller und Martin Splitt erklärt, was hinter dem Status „Gecrawlt — zurzeit nicht indexiert" in der Search Console steckt (zusammengefasst von Search Engine Roundtable am 16. Juli). Kernaussage: Wenn Googles Systeme ernsthafte Zweifel an der Qualität einer Website haben, crawlen und indexieren sie deutlich weniger Seiten. Das trifft besonders Inhalte, die erkennbar massenhaft mit KI erzeugt wurden — Texte, die „jeder hätte schreiben können" und nichts Eigenes bieten, hält Google schlicht nicht für indexwürdig.

Was heißt das für Sie? Wenn viele Ihrer Seiten in der Search Console als „Gecrawlt — zurzeit nicht indexiert" auftauchen und technisch alles stimmt, ist das ein Signal, die Inhalte selbst zu prüfen — nicht die Technik. KI als Schreibhilfe ist in Ordnung; ungeprüfte KI-Massentexte ohne eigene Erfahrung, Preise oder lokale Details sind dagegen verschenkte Arbeit. Eine kleine Website mit zehn ehrlichen, konkreten Seiten schlägt hundert generische.

## KI-Bilder direkt in Googles AI Overviews

Google baut die Bildgenerierung in die AI Overviews der Suche ein: Auf passende Suchanfragen erzeugt Google mit dem hauseigenen „Nano Banana"-Modell ein komplett neues Bild direkt in der Antwort — statt auf Bilder von Websites zu verlinken. Der Rollout läuft in den kommenden Wochen zunächst auf Englisch, in allen Regionen, die die Bilderstellung im AI Mode unterstützen. Beobachter wie Search Engine Roundtable erwarten weniger Klicks auf Google Bilder und auf die Websites dahinter.

Was heißt das für Sie? Der Trend ist eindeutig: Google beantwortet immer mehr direkt in der Suche, auch visuell. Für kleine Betriebe heißt das — generische Schmuckbilder verlieren als Besucherquelle weiter an Wert. Was KI nicht ersetzen kann: echte Fotos Ihrer Arbeit, Ihres Teams und Ihrer Räume. Genau die schaffen Vertrauen, wenn der Besucher einmal auf Ihrer Seite ist, und genau dafür lohnt sich der Aufwand.

## Apple Maps Ads sperrt Handwerks- und Home-Service-Betriebe aus

Apple hat die Richtlinien für Werbung in Apple Maps aktualisiert und schließt eine ganze Branche aus: Anzeigen für Home Services — ausdrücklich genannt werden Sanitär, Elektrik, Schlüsseldienst, Heizung/Klima, Schädlingsbekämpfung, Dacharbeiten und allgemeine Bauleistungen — sind dort künftig verboten (berichtet von Search Engine Roundtable am 15. Juli). Zum Vergleich: Bei Google sind lokale Dienstleistungsanzeigen ein Milliardengeschäft.

Was heißt das für Sie? Die Lektion reicht über Apple hinaus: Jede Plattform kann ihre Regeln über Nacht ändern — und Ihr Kanal ist weg. Wer als Handwerksbetrieb sichtbar bleiben will, braucht ein Fundament, das ihm gehört: die eigene Website plus ein gepflegtes Google Business Profil. Plattformen und Portale sind Zubringer, nicht das Fundament. Und falls Sie in Apple Maps werben wollten: Das Geld ist in der eigenen Auffindbarkeit besser angelegt.

## Kurz notiert

- SEO-Tools registrierten um den 11. Juli erhöhte Ranking-Schwankungen — ein unbestätigtes Google-Update; wer Einbrüche sieht, sollte die Search Console prüfen, bevor er etwas umbaut (Search Engine Roundtable, 13.07.)
- Bitkom zur Bürokratieabbau-Bilanz der Bundesregierung: Bei 69 Prozent der 222 Vorhaben hat die Umsetzung begonnen, abgeschlossen sind erst 9 Prozent (15.07.)
- Dr. Datenschutz hat die Top-5-DSGVO-Bußgelder im Juni veröffentlicht — lesenswerte Erinnerung, dass Verstöße auch kleinere Firmen treffen

## Häufige Fragen

### Gilt die DSGVO für kleine Unternehmen bald nicht mehr?

Nein, davon ist nicht auszugehen. Die Bundesregierung kündigt zwar an, sich auf EU-Ebene für eine KMU-Ausnahme einzusetzen, doch Deutschland kann die DSGVO nicht allein ändern, und eine EU-Mehrheit für eine so weitgehende Reform ist nicht absehbar. Alle Pflichten — Datenschutzerklärung, Auskunftsrechte, AV-Verträge — gelten unverändert weiter.

### Was bedeutet „Gecrawlt — zurzeit nicht indexiert" in der Search Console?

Google hat die Seite besucht, aber bewusst nicht in den Index aufgenommen. Vereinzelt ist das normal. Betrifft es viele Seiten ohne technischen Grund, deutet es laut Google oft auf Qualitätszweifel hin — häufig bei dünnen oder massenhaft KI-generierten Inhalten. Die Lösung liegt dann im Inhalt, nicht in der Technik.

### Darf ich als Handwerksbetrieb noch in Apple Maps werben?

Nein. Apple hat Anzeigen für Home Services — darunter Sanitär, Elektrik, Schlüsseldienst, Heizung/Klima, Dacharbeiten und Bauleistungen — in Apple Maps per Richtlinie ausgeschlossen. Der kostenlose Brancheneintrag in Apple Maps bleibt möglich. Für bezahlte lokale Sichtbarkeit bleiben Google Ads und vor allem die eigene Website mit lokalem SEO.

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