Der letzte Tag vor dem Website-Launch fühlt sich oft harmlos an: Inhalte sind drin, das Design sieht gut aus, also kann die Seite online. Genau hier passieren die teuren Kleinigkeiten — ein falscher Link, ein fehlendes Impressum, ein Formular ohne Zustellung oder eine alte Seite ohne Weiterleitung. Diese Checkliste hilft kleinen Unternehmen, vor dem Go-Live ruhig und systematisch zu prüfen.

Ein guter Launch-Check ist kein Schönheitswettbewerb. Es geht darum, ob Besucher die wichtigsten Informationen finden, ob Anfragen ankommen und ob die Website technisch sowie rechtlich sauber startet. Für Selbständige und kleine Firmen reicht dafür eine klare Reihenfolge: Inhalte, Kontaktwege, Recht, Technik, SEO und Messung.
Prüfen Sie nicht nur auf dem Büro-PC. Öffnen Sie die Website auf Smartphone, Tablet und einem zweiten Browser. Viele Fehler sieht man erst mobil: zu große Bilder, abgeschnittene Buttons, schlecht lesbare Telefonnummern oder ein Menü, das sich nicht schließen lässt. Wenn mehrere Personen prüfen, sollte eine Person die finale Liste führen — sonst werden Fehler zwar entdeckt, aber nicht erledigt.
Vor dem Launch müssen nicht alle Zukunftsideen umgesetzt sein. Wichtig ist, dass die Hauptbotschaft klar ist: Was bieten Sie an, für wen, in welcher Region und wie nimmt man Kontakt auf? Besucher sollten nach wenigen Sekunden verstehen, ob sie bei Ihnen richtig sind. Besonders wichtig sind konkrete Leistungen, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten oder Reaktionszeiten und ein sichtbarer nächster Schritt.
Kontrollieren Sie außerdem Platzhaltertexte, doppelte Abschnitte und alte Beispielbilder. Ein „Lorem ipsum" wirkt unprofessionell, aber auch veraltete Preise oder falsche Teamnamen schaden Vertrauen. Wenn Preise genannt werden, müssen sie zur realen Leistung passen. Bei einem Website-Abo ist dieser letzte Inhaltscheck ein fester Übergabepunkt: besser vor dem Launch sauber korrigieren als nachher hektisch live reparieren.
Für geschäftsmäßige Websites in Deutschland ist das Impressum kein optionaler Footer-Link. § 5 DDG verlangt unter anderem leicht erkennbare, unmittelbar erreichbare und ständig verfügbare Anbieterinformationen. Dazu gehören je nach Rechtsform Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeit, Registerangaben und weitere branchenspezifische Informationen. Das Impressum sollte deshalb von jeder Seite erreichbar sein.
Auch die Datenschutzerklärung muss zur tatsächlichen Website passen. Wenn Kontaktformulare, Hosting, Analyse, Karten, Videos, Schriftarten oder Buchungstools eingebunden sind, müssen diese Punkte geprüft und verständlich beschrieben werden. Bei Cookies und ähnlichen Technologien gilt nach § 25 TDDDG: Zugriff oder Speicherung auf dem Endgerät braucht grundsätzlich Einwilligung, außer es ist technisch unbedingt erforderlich. Deshalb vor dem Launch prüfen: Welche externen Dienste laden wirklich?
Technik muss beim Launch vor allem zuverlässig sein. Die Website sollte über HTTPS erreichbar sein, ohne Browserwarnung und ohne gemischte Inhalte. Testen Sie die Varianten mit und ohne „www", falls beide genutzt werden. Wenn eine Domain umzieht, sind DNS-Einstellungen und Weiterleitungen besonders wichtig, damit Besucher nicht auf einer Fehlermeldung landen.
Kontaktformulare verdienen einen eigenen Test. Senden Sie mindestens eine echte Testanfrage mit Name, Telefonnummer und Nachricht. Prüfen Sie danach: Kommt die E-Mail an? Landet sie im Spam? Enthält sie alle Felder? Gibt es eine verständliche Erfolgsmeldung? Für viele Betriebe ist genau dieses Formular der Umsatzkanal. Ein schöner Launch nützt wenig, wenn Anfragen unsichtbar verloren gehen.
SEO beginnt nicht erst Wochen nach dem Launch. Jede wichtige Seite braucht einen eindeutigen Title, eine passende Meta-Description, eine klare H1 und sprechende URLs. Google empfiehlt Sitemaps, damit Suchmaschinen relevante URLs leichter finden können; sie ersetzen aber keine saubere Seitenstruktur. Reichen Sie die Sitemap nach dem Launch in der Google Search Console ein oder prüfen Sie dort zumindest die Indexierung.
Bei einem Relaunch sind Weiterleitungen kritisch. Alte URLs, die bereits bei Google bekannt sind oder von anderen Seiten verlinkt werden, sollten per 301 auf die passende neue Seite zeigen. Sonst verlieren Sie Sichtbarkeit und Besucher landen auf 404-Seiten. Auch Bilder sollten Alt-Texte haben, wenn sie Inhalt transportieren, und lokale Angaben wie Stadt, Region und Leistung sollten natürlich im Text vorkommen.
Geschwindigkeit ist nicht nur ein Technikthema. Wenn die Startseite auf dem Handy langsam lädt, springen Interessenten ab, bevor sie Ihre Telefonnummer sehen. Prüfen Sie vor dem Launch große Bilder, unnötige Skripte und eingebettete Dienste. Für kleine Firmen reichen oft wenige, gut optimierte Bilder statt großer Slider und externer Effekte.
Google bewertet Nutzererfahrung unter anderem über Core Web Vitals wie LCP, INP und CLS. Sie müssen diese Begriffe nicht technisch auswendig kennen, aber das Prinzip ist wichtig: Hauptinhalt sollte schnell sichtbar sein, Eingaben sollten zügig reagieren und das Layout sollte beim Laden nicht springen. Ein kurzer Test mit PageSpeed Insights oder Lighthouse zeigt typische Baustellen.
Nach dem Umschalten ist der Launch noch nicht fertig. Prüfen Sie die Live-Domain sofort erneut: Startseite, Kontaktseite, Formular, Impressum, Datenschutzerklärung und wichtigste Leistungsseite. Danach sollten Analytics oder datenschutzfreundliche Statistik, Search Console und Backups kontrolliert werden. Ein Backup direkt nach dem Launch ist sinnvoll, weil es den freigegebenen Stand festhält.
Planen Sie außerdem eine kurze Nachkontrolle nach 7 bis 14 Tagen. Dann zeigen sich echte Probleme: einzelne 404-Fehler, Suchanfragen in der Search Console, Formulareingänge, Ladezeiten und Kundenfeedback. In unseren Website-Paketen — Starter 79 €, Business 149 € und Premium 299 € pro Monat — ist genau diese laufende Pflege der Grund, warum der Launch nicht das Ende, sondern der Start eines stabilen Webauftritts ist.
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