Ratgeber · 2026-07-11

Friseur-Website planen: Inhalte, Preise und Online-Buchung

Das Telefon klingelt mitten im Haarschnitt, abends stapeln sich Instagram-Nachrichten mit Terminanfragen, und wer sonntags nach „Friseur + Stadtname" googelt, findet den Salon nicht — oder nur ein Buchungsportal, das Provision kassiert. Eine eigene Website löst genau diese Probleme: Sie zeigt Preise und Arbeiten, nimmt Termine rund um die Uhr an und gehört Ihnen, nicht einer Plattform. Dieser Guide zeigt, was auf eine Salon-Website gehört und worauf es bei der Online-Buchung ankommt.

Illustration: Friseursalon mit Stuhl und Spiegel, daneben ein Smartphone mit Online-Terminbuchung und Kalenderansicht

Reicht Instagram nicht? Warum Salons eine eigene Website brauchen

Instagram ist für Friseure ein starker Schaufenster-Kanal — aber ein gemietetes Schaufenster. Der Algorithmus entscheidet, wer Ihre Beiträge sieht, Terminanfragen versanden in der Nachrichtenflut, und wenn das Konto gesperrt wird, ist die Reichweite von heute auf morgen weg. Dazu kommt: Wer einen neuen Friseur sucht, googelt zuerst. „Friseur in der Nähe", „Balayage + Stadtname", „Herrenfriseur ohne Termin" — bei diesen Suchen erscheint Ihr Instagram-Profil selten weit oben.

Die eigene Website ist die Fläche, die Sie kontrollieren: Sie rankt bei Google für Ihre Stadt, beantwortet die drei wichtigsten Kundenfragen — Was kostet es? Wer schneidet? Wann ist frei? — und verwandelt Suchende direkt in gebuchte Termine. Instagram bleibt sinnvoll, aber als Zubringer: Der Link in der Bio führt auf die Website, und dort wird gebucht.

Preisliste online zeigen: Pflicht im Salon, Vorteil im Netz

Im Salon selbst ist die Sache klar geregelt: Nach § 12 der Preisangabenverordnung (PAngV) müssen Friseure ein Preisverzeichnis über ihre wesentlichen Leistungen aufstellen — im Geschäftsraum und, falls vorhanden, auch im Schaufenster. Für die Website gibt es keine generelle Pflicht zur Preisliste. Aber sobald Sie dort Preise nennen, müssen es Endpreise inklusive Mehrwertsteuer sein.

Unabhängig von der Rechtslage spricht fast alles dafür, die Preise online zu zeigen. Fehlende Preise sind einer der häufigsten Gründe, warum Interessenten wieder abspringen — wer nicht weiß, ob der Haarschnitt 25 oder 85 Euro kostet, ruft im Zweifel gar nicht erst an. Eine klare Preisliste filtert außerdem vor: Es kommen die Kunden, die Ihre Preise kennen und akzeptieren. Bei stark individuellen Leistungen wie Farbe oder Extensions funktionieren „ab"-Preise mit dem Hinweis auf eine kurze Beratung.

Diese Inhalte gehören auf die Salon-Website

Eine Friseur-Website muss keine zwanzig Seiten haben. Entscheidend ist, dass die Inhalte die Fragen beantworten, die Neukunden wirklich stellen — und dass alles auf dem Smartphone funktioniert, denn dort findet der Großteil der Suchen statt.

  • Leistungen mit Preisen: übersichtlich nach Damen, Herren, Farbe, Styling gruppiert — keine PDF-Datei, sondern direkt lesbar
  • Galerie mit echten Arbeiten: Vorher-Nachher, Schnitte, Farben aus Ihrem Salon — eigene Fotos schlagen jedes Stockbild
  • Team-Seite mit Fotos und Spezialgebieten: Kunden buchen Menschen, nicht Firmen — „Ihre Colorationsexpertin" schafft Vertrauen
  • Öffnungszeiten, Adresse, Anfahrt und Parkmöglichkeiten — gut sichtbar, nicht im Kleingedruckten
  • Buchungsbutton auf jeder Seite: „Termin buchen" muss immer erreichbar sein, ohne Scrollen und Suchen
  • Impressum und Datenschutzerklärung: Pflicht für jede geschäftliche Website — fehlende Angaben sind abmahnbar

Online-Terminbuchung: Der größte Hebel für den Salonalltag

Kein anderes Website-Element verändert den Alltag eines Salons so spürbar wie die Online-Buchung. Der offensichtliche Vorteil: Kunden buchen, wann es ihnen passt — abends auf dem Sofa, sonntags, in der Mittagspause. Genau dann, wenn der Salon geschlossen hat oder niemand ans Telefon kann. Jeder online gebuchte Termin ist ein Anruf weniger, der ein Teammitglied vom Kunden auf dem Stuhl wegholt.

Der zweite Effekt wird oft unterschätzt: weniger geplatzte Termine. Gute Buchungssysteme verschicken automatische Erinnerungen per E-Mail oder SMS — und wer selbst gebucht hat, kann auch selbst verschieben statt einfach nicht zu erscheinen. Gegen notorische No-Shows helfen zusätzlich Anzahlungen oder hinterlegte Zahlungsdaten bei zeitintensiven Terminen wie Balayage oder Brautstyling. Wichtig bei der Systemwahl: Kundendaten, Terminhistorie und Farbrezepturen sind sensible Daten — das System sollte DSGVO-konform arbeiten, einen Auftragsverarbeitungsvertrag anbieten und idealerweise in der EU hosten.

Buchungsportal oder eigenes System: Die Provisionsfrage

Bei der Online-Buchung führen zwei Wege zum Ziel. Weg eins: Marktplätze wie Treatwell oder Planity. Sie bringen Sichtbarkeit, weil Kunden dort aktiv nach Salons suchen — lassen sich das aber bezahlen. Bei Treatwell fallen neben der Monatsgebühr von rund 39 Euro bis zu 35 Prozent Provision auf die erste Buchung eines Neukunden über den Marktplatz an. Und: Die Kundenbeziehung läuft über die Plattform, Ihre Kunden müssen sich dort registrieren.

Weg zwei: ein eigenes Buchungssystem, eingebunden in Ihre Website. Salon-Softwares wie Shore, Salonkee oder studiolution kosten je nach Umfang etwa 49 bis 70 Euro im Monat — ohne Provision, mit voller Kontrolle über Kundendaten und Kalender. Für die meisten Salons ist die Kombination sinnvoll: Die eigene Website mit provisionsfreier Buchung als Fundament, Portale höchstens als zusätzlicher Kanal für Neukunden. Wer alles aus einer Hand möchte: In unserem Website-Abo lässt sich die Online-Terminbuchung als Baustein für 149 € monatlich ergänzen — inklusive Einrichtung und Pflege.

Lokal gefunden werden: Google Business Profil und Website im Duo

Friseursuche ist fast immer lokal. Bei „Friseur + Stadtname" zeigt Google über den normalen Ergebnissen die Karte mit drei hervorgehobenen Salons — dorthin gehen die meisten Klicks. Um dort zu erscheinen, braucht es ein vollständig gepflegtes, kostenloses Google Business Profil: richtige Kategorie („Friseursalon"), Öffnungszeiten, eigene Fotos, Leistungen — und vor allem Bewertungen. Fragen Sie zufriedene Kunden direkt nach dem Termin, ein QR-Code an der Kasse macht es einfach.

Die Website übernimmt den zweiten Teil: Sie verlinkt das Business Profil, nennt Stadt und Leistungen im Seitentitel („Friseur Musterstadt — Salon Beispiel") und belegt so zusätzlich die organischen Treffer. Profil und Website verstärken sich gegenseitig — Google gleicht die Daten ab, Kunden prüfen beide. Ein Salon mit gepflegtem Profil, guten Bewertungen und einer Website mit Online-Buchung deckt den kompletten Weg ab: gefunden werden, überzeugen, buchen.

Was kostet eine Friseur-Website?

Die Spanne ist groß. Baukästen starten bei 10 bis 30 Euro monatlich — plus Ihre Abende und Wochenenden für Aufbau, Texte und Pflege. Agenturen berechnen für eine Salon-Website mit Buchungsfunktion häufig 2.000 bis 6.000 Euro einmalig, laufende Pflege kommt dazu. Salon-Softwares liefern teils einfache Profilseiten mit — die ersetzen aber selten einen vollwertigen Auftritt, der bei Google rankt.

Der dritte Weg ist das Abo-Modell: professionelle Erstellung, Hosting, Pflege und Updates zum festen Monatspreis, ohne hohe Anfangsinvestition. Bei uns startet das bei 79 € im Monat, die Online-Terminbuchung kommt als Baustein dazu. Welcher Weg passt, hängt von Zeit, Budget und Anspruch ab — entscheidend ist, dass die Website am Ende Termine bringt und nicht nur „da ist". Rechnen Sie ehrlich: Schon zwei zusätzliche Neukunden im Monat spielen ein Website-Abo in der Regel ein.

Häufige Fragen

Muss ich als Friseur meine Preise auf der Website angeben?

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Was kostet eine Online-Terminbuchung für den Salon?

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Reicht mein Instagram-Profil nicht als Website?

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Wie bekomme ich weniger geplatzte Termine?

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Wie schnell ist eine Salon-Website online?

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