Die Zusammenarbeit mit der alten Webagentur läuft nicht mehr rund: Antworten dauern, Änderungen bleiben liegen, Rechnungen sind unklar. Trotzdem zögern viele kleine Unternehmen mit dem Wechsel, weil sie Angst haben, Website, Domain oder E-Mails zu verlieren. Mit einer sauberen Reihenfolge ist der Umzug deutlich weniger riskant.

Kündigen Sie nicht als erstes. Sichern Sie zuerst alles, was später für den Neuaufbau oder Umzug gebraucht wird. Dazu gehören Website-Dateien, Datenbank, Bilder, Texte, Logo-Dateien, Zugangsdaten, Analytics-Zugänge und eine Liste aller eingebundenen Dienste. Bei WordPress ist die Datenbank genauso wichtig wie der Ordner mit Themes, Plugins und Uploads. Ohne Datenbank fehlen Beiträge, Seiten, Formulareinstellungen und oft auch Menüstrukturen.
Lassen Sie sich ein vollständiges Backup geben und prüfen Sie, ob es verwendbar ist. Ein ZIP-Archiv allein reicht nicht, wenn niemand weiß, welche PHP-Version, welches CMS oder welche Datenbank dazu gehört. Für kleine Firmen ist eine einfache Übergabeliste Gold wert: Domain, Hosting, CMS, E-Mail, DNS, Tracking, Cookie-Tool, Formulare und externe Lizenzen. Diese Liste verhindert, dass beim Wechsel ausgerechnet die unsichtbaren Teile vergessen werden.
Die wichtigste Eigentumsfrage ist die Domain. Sie sollte auf Ihr Unternehmen oder auf Sie als Inhaber registriert sein, nicht auf die Agentur. Bei einem .de-Domainwechsel wird in der Regel ein AuthInfo-Code benötigt. Ohne Zugriff auf den Domain-Account oder ohne Kooperationsbereitschaft des bisherigen Dienstleisters kann der Wechsel unnötig langsam und teuer werden.
Bei Inhalten ist die Lage oft klarer: Ihre eigenen Texte, Fotos, Logos und Produktinformationen gehören grundsätzlich Ihnen. Beim Design und beim Quellcode kommt es auf den Vertrag an. Das Urheberrecht kennt Nutzungsrechte; nach § 31 UrhG können diese einfach oder ausschließlich sowie zeitlich, räumlich oder inhaltlich begrenzt eingeräumt werden. Praktisch heißt das: Fragen Sie nicht nur ‚gehört mir die Website?‘, sondern konkret: Darf die neue Agentur Design, Layout, Texte, Fotos und Code weiterverwenden?
Lesen Sie den bestehenden Vertrag, bevor Sie kündigen. Relevant sind Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Zahlungsstatus, Wartungsvertrag, Hostingvertrag und mögliche Herausgaberegeln. Manche Verträge trennen Erstellung, Hosting und Pflege sauber; andere bündeln alles in einem Monatsbetrag. Dann muss klar sein, was nach Vertragsende abgeschaltet wird und welche Daten Sie vorher erhalten.
Seriös ist eine geordnete Übergabe: Termin für Backup, Termin für DNS-Umstellung, Ansprechpartner für Rückfragen und eine kurze Übergangsphase. Kritisch sind Verträge, die Domains nicht herausgeben, Backups nur gegen überhöhte Pauschalen liefern oder Kündigungen nutzen, um Druck aufzubauen. Zahlen Sie offene, berechtigte Rechnungen, aber lassen Sie sich die Herausgabe Ihrer eigenen Daten schriftlich bestätigen.
Ein sauberer Website-Umzug passiert nicht live auf Zuruf. Die neue Agentur sollte zuerst eine Kopie auf einer Testumgebung aufbauen. Dort werden Seiten, Formulare, Datenschutztexte, Weiterleitungen, mobile Ansicht und Ladezeit geprüft. Erst wenn diese Version funktioniert, wird die Domain per DNS auf das neue Hosting geschaltet. DNS-Änderungen sind meist innerhalb weniger Stunden sichtbar, können aber je nach Zwischenspeichern auch länger nachlaufen.
Wichtig: E-Mail nicht nebenbei behandeln. Viele Firmen verlieren keine Website-Daten, sondern E-Mails, weil MX-Einträge, SPF, DKIM oder Postfächer falsch übernommen werden. Wenn die Website bei Anbieter A liegt und E-Mail bei Microsoft 365, Google Workspace oder einem Hoster läuft, müssen die DNS-Einträge exakt dokumentiert werden. Ein guter Wechselplan trennt Website, Domain und E-Mail bewusst voneinander.
Die Kosten hängen davon ab, ob die bestehende Website technisch mitgenommen werden kann oder neu gebaut werden muss. Ein reiner Umzug einer kleinen WordPress-Seite mit sauberem Backup kann wenige Stunden Arbeit bedeuten. Realistisch sind 300 bis 900 Euro, wenn keine Überraschungen auftauchen. Wird die Seite gleichzeitig modernisiert, mobil verbessert oder in ein anderes System überführt, ist es eher ein kleines Relaunch-Projekt.
Bei bezahlbare-webseite.de ist der Wechsel oft Teil eines neuen Abo-Modells: Starter ab 79 Euro monatlich, Business 149 Euro monatlich, Premium 299 Euro monatlich. Das lohnt sich besonders, wenn die alte Website technisch veraltet ist und Sie nicht noch einmal mehrere tausend Euro auf einmal investieren wollen. Zusatzleistungen wie SEO ab 69 Euro, Google Ads ab 149 Euro oder Buchungssysteme ab 149 Euro sollten aber bewusst geplant werden, nicht heimlich im Wechsel versteckt sein.
Der beste Schutz ist eine nüchterne Checkliste. Sie verhindert, dass der Wechsel emotional wird. Wenn die alte Agentur genervt reagiert, bleiben Sie sachlich: Sie benötigen eine Übergabe Ihrer Daten, Zugänge und Domains. Setzen Sie eine angemessene Frist und kommunizieren Sie schriftlich. Telefonate sind gut, aber wichtige Punkte gehören zusätzlich per E-Mail dokumentiert.
Nach dem Go-live sollte die neue Agentur nicht nur die Startseite prüfen. Kontrollieren Sie Unterseiten, Kontaktformulare, Danke-Seiten, Google Business Profil, Tracking, Sitemap, robots.txt und Weiterleitungen alter URLs. Gerade bei Google kann ein Umzug sonst Rankings kosten, obwohl die Website optisch funktioniert. Ein Agenturwechsel ist erst abgeschlossen, wenn Technik, Inhalte, Rechtstexte und Auffindbarkeit geprüft sind.
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