Ratgeber · 2026-08-26

Website-Umzug zum neuen Anbieter: So geht nichts verloren

Ein Anbieterwechsel klingt einfach: Website kopieren, Domain umstellen, fertig. In der Praxis gehen genau dabei oft E-Mails, Formulare, Rankings oder alte Bilder verloren. Kleine Unternehmen brauchen deshalb keinen IT-Roman, sondern eine klare Reihenfolge.

Illustration eines Website-Umzugs mit Laptop, Backup-Archiv, DNS-Knoten und sicherer Cloud

Was gehört vor dem Website-Umzug ins Backup?

Der Umzug beginnt nicht mit dem neuen Hosting, sondern mit einer vollständigen Sicherung. Bei WordPress und vielen anderen CMS reicht es nicht, nur die sichtbaren Dateien herunterzuladen. Texte, Seiten, Menüs, Formular-Einstellungen und oft auch Shop- oder Buchungsdaten liegen in der Datenbank. Fehlt sie, sieht die neue Website vielleicht ähnlich aus, ist aber inhaltlich kaputt.

Sichern Sie deshalb Dateien, Datenbank, Medienordner, Konfigurationsdateien, SSL-Informationen, Weiterleitungen und eine Liste aller eingebundenen Dienste. Wenn E-Mail beim alten Anbieter liegt, gehören Postfächer und Weiterleitungen ebenfalls auf die Prüfliste. Ein Backup ist erst dann wertvoll, wenn der neue Anbieter es testweise einspielen kann.

  • Website-Dateien, Datenbank und Medienordner
  • CMS-Admin, Hosting-Zugang und FTP/SFTP-Zugang
  • Formulare, Buchungssysteme, Shop-Daten und Downloads
  • DNS-Zone inklusive MX, SPF, DKIM und DMARC
  • alte Weiterleitungen, robots.txt, sitemap.xml und Tracking-Codes

Wie läuft der Domain- und Providerwechsel ab?

Bei einem echten Providerwechsel muss geklärt werden, wem die Domain gehört und wer den Transfer freigibt. Für .de-Domains wird in der Regel ein AuthInfo-Code genutzt. Dieser Code ist wie ein Umzugsschlüssel: Ohne ihn kann der neue Anbieter die Domain nicht sauber übernehmen. Wichtig ist, dass Ihr Unternehmen als Domaininhaber eingetragen ist, nicht eine Agentur oder ein früherer Dienstleister.

Nicht jeder Website-Umzug braucht sofort einen Domaintransfer. Oft reicht es, die Domain beim bisherigen Registrar zu lassen und nur DNS-Einträge auf das neue Hosting zu ändern. Das ist manchmal schneller und weniger riskant. Entscheidend ist die Dokumentation: Nameserver, A-Record, AAAA-Record, CNAME, MX und TXT-Einträge müssen vor der Änderung exportiert oder fotografiert werden.

Warum E-Mail beim Anbieterwechsel separat geplant werden muss

Der häufigste Schaden beim Website-Umzug ist nicht die Website, sondern die E-Mail. Wenn beim DNS-Wechsel die MX-Einträge verschwinden, kommen Nachrichten nicht mehr an. Wenn SPF, DKIM oder DMARC fehlen, landen eigene Mails schneller im Spam. Das merkt man oft erst, wenn Kunden sagen: „Wir haben Ihnen doch geschrieben.“

Planen Sie E-Mail deshalb als eigenes Teilprojekt. Liegen Postfächer beim alten Webhoster, müssen sie migriert oder rechtzeitig neu angelegt werden. Liegt E-Mail bei Microsoft 365, Google Workspace oder einem spezialisierten Mailanbieter, darf der Website-Umzug diese DNS-Einträge nicht überschreiben. Vor dem Go-live sollte mindestens eine Testmail rein und raus erfolgreich sein.

  • Postfächer und Weiterleitungen vollständig erfassen
  • MX-Einträge nicht durch Standard-DNS überschreiben
  • SPF, DKIM und DMARC nach dem Wechsel prüfen
  • Webformulare mit echter Empfängeradresse testen

Welche SEO-Punkte verhindern Rankingverluste?

Google unterscheidet nicht zwischen „wir ziehen nur kurz um“ und „diese URL antwortet nicht mehr“. Wenn alte Seiten plötzlich 404-Fehler liefern, wichtige Inhalte fehlen oder die interne Struktur anders ist, können Rankings fallen. Google empfiehlt bei Website-Migrationen, alte URLs sauber auf neue Ziele weiterzuleiten und die Änderung in der Search Console zu beobachten.

Bei gleicher Domain sind besonders 301-Weiterleitungen wichtig, wenn sich URL-Pfade ändern. Aus /leistungen.html sollte nicht einfach die Startseite werden, sondern die passende neue Leistungsseite. Nach dem Umzug gehören sitemap.xml, robots.txt, Canonical-Tags, Meta-Titles und indexierbare Seiten geprüft. Ein Rankingverlust entsteht selten durch den Anbieterwechsel selbst, sondern durch vergessene Details.

Wie plant man DNS, TTL und Go-live ohne Ausfall?

DNS-Änderungen wirken nicht überall sofort. Viele Einträge haben eine TTL, also eine Zeit, wie lange Zwischenspeicher alte Informationen behalten dürfen. In der Praxis sind Änderungen oft nach Minuten bis wenigen Stunden sichtbar, können aber länger nachlaufen. Deshalb sollte der Go-live nicht freitags um 17 Uhr passieren, sondern in einem ruhigen Zeitfenster mit erreichbarem Ansprechpartner.

Professionell ist eine Staging-Version auf dem neuen Server. Dort werden Seiten, Formulare, mobile Ansicht, SSL-Zertifikat, Ladezeit und Datenschutztexte getestet. Erst danach zeigt die Domain auf die neue Umgebung. Die alte Umgebung sollte noch einige Tage bestehen bleiben, damit notfalls Dateien, Einstellungen oder E-Mails nachgezogen werden können.

Was kostet ein sauberer Website-Umzug?

Ein kleiner, gut vorbereiteter Umzug kann überschaubar bleiben: Wenn Backup, Zugangsdaten und DNS sauber vorliegen, sind 300 bis 900 Euro für Prüfung, Migration und Go-live realistisch. Teurer wird es, wenn die alte Website technisch veraltet ist, keine Datenbank vorhanden ist, E-Mail-Postfächer migriert werden müssen oder gleichzeitig ein Relaunch entsteht.

Im Abo-Modell von bezahlbare-webseite.de ist der Umzug häufig Teil des Einstiegs in eine betreute Lösung: Starter 79 Euro monatlich, Business 149 Euro monatlich, Premium 299 Euro monatlich. Wichtig ist Transparenz: SEO ab 69 Euro, Google Ads ab 149 Euro, Shop plus 249 Euro oder Buchung plus 149 Euro sollten bewusst entschieden werden und nicht als versteckte Umzugskosten auftauchen.

Welche Checkliste sollten KMU vor dem Wechsel abhaken?

Ein Anbieterwechsel ist kein Hexenwerk, wenn die Reihenfolge stimmt: erst sichern, dann testen, dann umstellen, dann kontrollieren. Halten Sie alle Schritte schriftlich fest, besonders Zugangsdaten, Verantwortliche und Termine. So bleibt der Wechsel auch dann steuerbar, wenn alter und neuer Anbieter nicht direkt miteinander sprechen.

Nach dem Go-live sollten nicht nur die Startseite und das Logo geprüft werden. Testen Sie Kontaktformular, Telefonnummern-Links, Buchungen, Downloads, Cookie-Banner, Datenschutzseite, Impressum, E-Mail-Zustellung und die wichtigsten Google-Einstiegsseiten. Erst wenn diese Punkte funktionieren, ist der Website-Umzug abgeschlossen.

  • vollständiges Backup erstellen und testweise öffnen
  • Domaininhaber, AuthInfo und DNS-Zone klären
  • E-Mail separat sichern und testen
  • Staging-Version vor dem Go-live prüfen
  • 301-Weiterleitungen und Search Console kontrollieren
  • alte Umgebung einige Tage als Sicherheitsnetz behalten

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Website-Umzug?

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Brauche ich für den Domainumzug immer einen AuthInfo-Code?

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Kann meine Website beim Umzug offline gehen?

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Verliere ich durch den Anbieterwechsel mein Google-Ranking?

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Was passiert mit meinen E-Mails?

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