SEO, Google & KI · · 11 Min. Lesezeit

Ihre Kunden fragen ChatGPT. Wird Ihr Unternehmen dort genannt?

Fragen Sie ChatGPT einmal nach einem Dachdecker in Ihrer Stadt. Oder nach einem Steuerberater oder Friseur. Sie bekommen Namen, oft mit Begründung und Quellen. Schauen Sie nach, ob Ihr Betrieb dabei ist. Viele Inhaber wissen das nicht. Wie KI-Suchen lokale Unternehmen finden und was Sie selbst dafür tun können, lässt sich auch ohne bezahltes Paket klären. Vorher aber die Zahlen, weil die meisten davon falsch zitiert werden.

Illustration: Ein Kunde stellt einem KI-Chat eine Frage nach einem lokalen Dienstleister, daneben eine Unternehmenswebsite, die als Quelle genannt wird
Illustration: Ein Kunde stellt einem KI-Chat eine Frage nach einem lokalen Dienstleister, daneben eine Unternehmenswebsite, die als Quelle genannt wird

Wie viele Menschen in Deutschland nutzen KI für die Suche?

Der Digitalverband Bitkom hat im Herbst 2025 Internetnutzer ab 16 Jahren befragt. Die Hälfte gibt an, zumindest gelegentlich KI-Chats anstelle einer klassischen Suchmaschine zu nutzen. 24 Prozent sagen, sie lesen häufig nur die KI-Zusammenfassung einer Suchmaschine und schauen die Treffer darunter nicht mehr an. Die Befragten beschreiben hier ihr eigenes Verhalten; Klicks wurden dafür nicht gemessen. Vor drei Jahren hätte allerdings kaum jemand angegeben, so zu suchen.

OpenAI spricht weltweit von mehr als 1,2 Milliarden Menschen, die ChatGPT wöchentlich nutzen. Darin sind alle Zwecke enthalten, etwa Kochrezepte und Bewerbungen. Die Zahl sagt also nicht, wie viele Menschen damit suchen. Gartner hatte Anfang 2024 prognostiziert, dass das Volumen klassischer Suchmaschinen bis 2026 um 25 Prozent sinkt. Ob das eingetreten ist, lässt sich öffentlich nicht nachprüfen. Wir führen diese Angabe deshalb weiterhin als Prognose.

AI Overviews und der AI Mode sind Teil der Google-Suche. Nach einer Auswertung von SISTRIX zeigt Google bei rund 20 Prozent der untersuchten deutschen Suchbegriffe eine AI Overview. Google und KI-Suche überschneiden sich also. Prüfen Sie für Ihren Betrieb, ob Ihr Unternehmen in den Antworten vorkommt. Das gilt für Google ebenso wie für OpenAI oder Microsoft.

Wie oft Kunden Ihrer Branche über KI einen lokalen Anbieter auswählen und daraus ein Auftrag wird, zeigen diese Zahlen nicht. Dafür gibt es für Deutschland noch keine belastbare Statistik. In derselben Bitkom-Befragung geben auch 47 Prozent an, ausschließlich klassisch zu suchen. Das Suchverhalten verändert sich gerade, die klassische Suche ist aber weiterhin verbreitet.

  • 50 % der deutschen Internetnutzer nutzen laut Befragung zumindest gelegentlich KI-Chats statt Suchmaschine (Bitkom, 11/2025)
  • 24 % lesen nach eigener Angabe häufig nur die KI-Zusammenfassung einer Suchmaschine (Bitkom, 11/2025)
  • Mehr als 1,2 Mrd. wöchentliche ChatGPT-Nutzer weltweit, alle Zwecke (OpenAI, 10/2026)
  • Rund 20 % der untersuchten deutschen Suchbegriffe mit AI Overview bei Google (SISTRIX, Stand 10/2026)

Bringen Besucher aus KI-Suchen mehr Kunden?

Zwei Studien aus den USA zeigen, dass die klassische Trefferliste an Bedeutung verliert. Das Pew Research Center hat im März 2025 das Surfverhalten von 900 Erwachsenen ausgewertet. Bei Google-Ergebnisseiten mit KI-Zusammenfassung klickten Nutzer in 8 Prozent der Besuche auf einen klassischen Treffer, ohne Zusammenfassung in 15 Prozent. Auf eine Quelle innerhalb der Zusammenfassung wurde in 1 Prozent der Besuche geklickt. Ahrefs hat im Februar 2026 Search-Console-Daten zu 300.000 Suchbegriffen ausgewertet: Die Klickrate des ersten organischen Treffers lag bei Suchbegriffen mit AI Overview um 58 Prozent unter dem modellierten Vergleichswert. Beide Studien beruhen auf Beobachtungen, nicht auf Experimenten. Sie betreffen auch nicht speziell deutsche Kleinbetriebe. Dass die klassische Trefferliste weniger Klicks bekommt, ist in den Ergebnissen dennoch deutlich zu sehen.

Semrush berichtet zugleich, dass Besucher aus KI-Suchquellen wie ChatGPT, gemessen an der Abschlussrate, 4,4-mal so wertvoll sind wie klassische organische Suchbesucher. Möglicherweise haben diese Besucher ihre Vorauswahl bereits im Chat getroffen und kommen mit einer konkreten Absicht auf die Website. Die Studie belegt diese Ursache nicht. Ob der Faktor auch für einen Malerbetrieb in Potsdam gilt, lässt sich aus den veröffentlichten Daten ebenfalls nicht ablesen.

Unterscheiden Sie bei Ihren Zahlen zwischen Website-Besuchen und Anfragen. Wie viele Aufträge daraus werden, müssen Sie gesondert betrachten. Ihre Website kann künftig weniger Besucher zählen und trotzdem gleich viele oder mehr Anfragen bringen. Wenn Ihr Betrieb in den Antworten fehlt, können allerdings auch beide Zahlen sinken. Um zu wissen, was bei Ihnen passiert, brauchen Sie eigene Messungen.

Wie findet ChatGPT lokale Unternehmen?

Eine feste Rangliste, wie Sie sie von Google-Platz 1 bis 10 kennen, gibt es bei ChatGPT nicht. OpenAI beschreibt den Ablauf so: Wenn ChatGPT die Websuche nutzt, kann es Ihre Frage in mehrere gezieltere Suchanfragen umformulieren und Suchpartner einbeziehen. Anschließend wertet es die gefundenen Seiten aus. Für lokale Fragen nennt OpenAI zusätzlich externe Anbieter von Geschäftsdaten. Das Ergebnis kann vom Ort in Ihrer Frage abhängen, von einer ungefähren Position über die IP-Adresse oder einer freigegebenen Geräteposition. Gegebenenfalls spielen auch gespeicherte Erinnerungen eine Rolle. Zwei Personen bekommen auf dieselbe Frage deshalb nicht zwingend dieselben Namen.

Ahrefs hat für den US-Markt ausgewertet, welche Quellen ChatGPT zitiert. Vorn liegen Reddit, Wikipedia und Consumer Reports. Eine Rangfolge für deutsche Handwerksbetriebe lässt sich daraus nicht ableiten. Eine separate Ahrefs-Analyse zur Quellenauswahl zeigt: Zitiert werden Seiten, die eine konkrete Teilfrage beantworten und deren Titel zum Inhalt passt. Auf einer Startseite mit „Qualität und Leidenschaft seit 1998“ erfahren Kunden nichts über Preis und Ablauf, auch nichts über die Verfügbarkeit. Eine Seite „Dachsanierung in Spandau: Ablauf, Dauer, Kosten“ beantwortet dagegen eine konkrete Frage.

Prüfen Sie auch, ob ChatGPT auf Ihre Website zugreifen darf. Das wird oft übersehen. Der Suchcrawler heißt OAI-SearchBot, bei Perplexity PerplexityBot. Wenn robots.txt, eine Firewall oder das Hosting diese Crawler blockieren, kann die KI Ihre eigenen Seiten nicht als Quelle nutzen. Dann bleiben die Angaben aus Verzeichnissen und Portalen über Ihren Betrieb. Beide Anbieter empfehlen eine Freigabe. Sie garantiert keine Nennung Ihrer Seiten; eine Sperre verhindert diese Nennung aber zuverlässig.

Wie kann ich meine Website für KI-Suchen vorbereiten?

Google schreibt für AI Overviews und AI Mode ausdrücklich, dass keine besondere KI-Datei und kein spezielles Markup nötig sind. Wie bei der normalen Suche müssen Inhalte indexierbar sein. Sie sollen konkrete, hilfreiche Informationen enthalten. Für ChatGPT und Perplexity gibt es keine vergleichbar ausführliche Anleitung. Die dokumentierten Abläufe deuten aber in dieselbe Richtung. Aus den Quellen lassen sich die folgenden Arbeiten ableiten. Einiges können Sie selbst erledigen, für die technischen Fragen brauchen Sie Ihre Websitebetreuung.

  • Gleichen Sie Adresse, Telefon, Öffnungszeiten, Leistungsgebiet und Leistungen auf Ihrer Website, im Google Business Profil und in den wichtigsten Verzeichnissen ab. Das können Sie ohne technische Kenntnisse selbst erledigen. Widersprüchliche Angaben sind das häufigste Problem, das wir bei neuen Kunden sehen.
  • Nehmen Sie sich Zeit, die zehn Fragen aufzuschreiben, die Kunden am Telefon stellen. Was kostet es ungefähr? Wie läuft es ab und wie lange dauert es? Für wen eignet es sich nicht? Beantworten Sie jede Frage auf der passenden Leistungsseite in zwei bis drei Sätzen. So finden Leser die Antworten, und die KI kann diese Angaben zitieren.
  • Bitten Sie Ihre Websitebetreuung um eine Prüfung: Sind OAI-SearchBot, PerplexityBot und Googlebot in robots.txt und beim Hosting freigegeben? Sind die Leistungsseiten bei Google indexiert? Lassen Sie auch prüfen, ob die Seite auf dem Handy in unter drei Sekunden lädt.
  • Ihre Websitebetreuung kann strukturierte Daten für Unternehmen, Leistungen und FAQ ergänzen. Damit sind Ihre Inhalte maschinenlesbar beschrieben und für die Systeme leichter korrekt zuzuordnen. Ein belegter Zitierbonus existiert dafür nicht.
  • Arbeiten Sie über mehrere Monate an Erwähnungen außerhalb Ihrer Website, etwa im Innungsverzeichnis, in der lokalen Presse oder auf Partnerseiten. Beantwortete Bewertungen gehören ebenfalls dazu. Ahrefs beobachtet einen Zusammenhang zwischen der Präsenz einer Marke im Netz und ihren Nennungen in KI-Antworten. Ursache und Wirkung sind damit nicht bewiesen. Ausprobieren würde ich es trotzdem.
  • Nennen Sie die Person, die hinter Ihren Inhalten steht. Google empfiehlt Inhalte mit eigener Erfahrung. „Unser Meister Thomas erklärt, warum wir bei Flachdächern keine Bitumenbahn mehr empfehlen“ ist ein Satz, den ein Kunde liest und eine KI zitiert. Mit einer Agentur-Vorlage erreichen Sie beides nicht.

Wie messe ich Nennungen und Kundenanfragen aus KI-Suchen?

Am wenigsten Aufwand macht ein Blick in Ihre Website-Statistik. Dort werden Besuche von chatgpt.com, perplexity.ai oder copilot.microsoft.com als Herkunft ausgewiesen. Bei einer Berliner Fahrzeugvermittlung, die wir betreuen, tauchte chatgpt.com im September 2026 als Besucherquelle auf, ohne dass dafür geworben wurde. Wenn bei Ihnen keine solchen Besuche erscheinen, können Sie trotzdem in KI-Antworten genannt werden. Viele Nennungen führen zu keinem Klick.

Eine weitere Möglichkeit sind die Bing Webmaster Tools. Microsoft hat dort im Februar 2026 den Bereich „AI Performance“ eingeführt. Er zeigt, wie oft Ihre Seiten in Copilot und in Bing-KI-Antworten als Quelle zitiert werden, außerdem bei ausgewählten Partnern. ChatGPT wird damit nicht direkt erfasst. Auch Klicks oder Anfragen sehen Sie dort nicht. Es ist aber die einzige Stelle, an der ein Betrieb Quellenzitate überhaupt direkt ablesen kann.

Für unsere Kunden machen wir außerdem regelmäßig einen Selbsttest. Dafür stellen wir dieselben fünf bis zehn Kundenfragen mit Ort und Leistung in ChatGPT, Perplexity, Copilot und Google AI Mode. Notieren Sie jeweils Datum, Modus, genannte Anbieter und verlinkte Quellen. Einzelne Antworten schwanken je nach Formulierung, Standort und Kontext. Erst mehrere Fragen über mehrere Monate lassen eine Entwicklung erkennen. Fragen Sie auch neue Kunden, wie sie auf Sie gekommen sind. Eine Angabe „über ChatGPT“ im Anfrageformular sagt Ihnen mehr als ein Bildschirmfoto einer KI-Antwort.

Was kostet KI-Sichtbarkeit, und wann lohnt sie sich?

Für die ersten beiden Punkte der Liste oben brauchen Sie Zeit; Geld kosten sie Sie nicht. Wenn Sie eine Websitebetreuung haben, gehören Crawler-Freigabe und Indexierung in deren normale Arbeit. Für viele Betriebe reicht das aus, um in KI-Suchen sichtbar sein zu können. Ein Zusatzpaket lohnt sich erst, wenn Ihre Kunden vor dem Anruf online recherchieren und Ihre Wettbewerber bereits in KI-Antworten auftauchen. Außerdem sollten Sie regelmäßig prüfen wollen, ob sich Ihre Position verändert. Mit einer einmaligen Prüfung und der Hoffnung auf Besserung ist Ihnen dann wenig geholfen.

Für unsere Abo-Kunden gibt es den Baustein KI-Sichtbarkeit ab 89 Euro im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer, zusätzlich zum Website-Paket ab 79 Euro. Wir prüfen die KI-Suchcrawler und geben sie frei. Zum Paket gehören strukturierte Daten für Unternehmen, Leistungen und FAQ sowie eine FAQ-Seite aus Ihren Kundenfragen. Wir gleichen Ihre Geschäftsdaten auf der Website, im Google Business Profil und in den vereinbarten Verzeichnissen ab. Jeden Monat testen wir die Nennungen in ChatGPT, Perplexity, Copilot und Google AI Mode. Dazu erhalten Sie einen kurzen Bericht über Nennungen und Quellen.

Dass ChatGPT Sie empfiehlt, können wir nicht versprechen. Das kann niemand seriös zusagen, weil niemand außer OpenAI die Auswahl steuert. Wir sorgen dafür, dass Ihre Seiten für die KI-Suche technisch erreichbar sind und Ihre Daten auf den vereinbarten Profilen übereinstimmen. Monatlich bekommen Sie eine dokumentierte Stichprobe der Angaben zu Ihrem Betrieb in den KI-Systemen. Rechnen Sie für sich aus, wie viele zusätzliche Anfragen pro Monat nötig sind, um die 89 Euro zu decken. Bei den meisten Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben ist es weniger als eine.

Semrush prognostiziert für Themen aus Digitalmarketing und SEO, dass KI-Suche einschließlich Googles KI-Angeboten Anfang 2028 mehr Website-Besuche liefern könnte als die klassische Suche. Die Prognose gilt nicht für Dachdecker oder Zahnärzte. Wer 2008 schon einen vollständigen Google-Eintrag mit Fotos und Öffnungszeiten hatte, während die Konkurrenz ihn für überflüssig hielt, weiß, was ein früher Start wert sein kann. Belegen lässt sich dieser Vergleich nicht. Entscheiden müssen Sie trotzdem.

Häufige Fragen zu KI-Suche und ChatGPT-Sichtbarkeit

Brauche ich für ChatGPT eine andere Website?

Nein. Die Website, die für Google funktioniert, ist auch die Grundlage für KI-Sichtbarkeit. Sie braucht klare Antworten auf Kundenfragen und saubere Technik. Die Crawler müssen zugreifen dürfen. Für eine zweite Website allein wegen der KI-Suche gibt es keinen belegten Grund. Verbessern Sie zuerst die Website, die Sie schon haben.

Ersetzt KI-Sichtbarkeit das klassische SEO?

Nein, sie baut darauf auf. Google sagt selbst, dass AI Overviews und AI Mode auf den normalen Suchindex zugreifen. Eine Seite, die bei Google nicht indexiert ist, kann dort auch nicht als Quelle erscheinen. ChatGPT und Perplexity nutzen eigene Crawler. Eine gemeinsame Auswahlformel ist nicht dokumentiert. Zugängliche Seiten mit konkreten Inhalten brauchen Sie aber in jedem Fall.

Wie schnell sieht man Ergebnisse?

Nach einer technischen Korrektur, etwa der Freigabe eines Crawlers, können Sie direkt prüfen, ob die Seiten wieder erreichbar sind. Wann neue Inhalte oder Erwähnungen zu Nennungen führen, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht verlässlich vorhersagen. Wir messen deshalb monatlich und betrachten die Entwicklung über mehrere Monate. Einzelne Treffer reichen für die Bewertung nicht aus.

Ist das auch für einen kleinen Betrieb mit fünf Mitarbeitern sinnvoll?

Das hängt davon ab, ob Ihre Kunden online recherchieren und ob der Aufwand zu den möglichen Aufträgen passt. Die Betriebsgröße allein entscheidet es nicht. Der kostenlose Datenabgleich und Antworten auf Kundenfragen lohnen sich praktisch immer. Ein Zusatzpaket lohnt sich, wenn Sie regelmäßig wissen wollen, wo Ihr Betrieb in der KI-Suche steht.

Woran erkenne ich, ob meine Website für KI-Crawler gesperrt ist?

Rufen Sie ihre-domain.de/robots.txt auf. Steht dort „Disallow: /“ unter „User-agent: OAI-SearchBot“, „PerplexityBot“ oder „User-agent: *“, ist der Zugriff gesperrt. Zusätzlich können die Firewall oder der Hosting-Anbieter Bots blockieren. Das sehen Sie in der robots.txt nicht. Fragen Sie im Zweifel Ihre Websitebetreuung oder uns.

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