Wix, Jimdo, IONOS und Co. werben mit Websites ab wenigen Euro im Monat — ein Website-Abo mit Agentur-Betreuung kostet ein Vielfaches davon. Da liegt die Frage nahe: Warum mehr zahlen? Die ehrliche Antwort steckt in dem, was auf den Preisseiten der Baukästen nicht steht: Ihre Arbeitszeit, das Ergebnis und die Verantwortung. Dieser Ratgeber vergleicht beide Modelle ohne Schönfärberei — in beide Richtungen.

Die Einstiegspreise klingen verlockend: Wix startet 2026 bei rund 9 Euro monatlich, brauchbare Business-Tarife liegen zwischen etwa 17 und 29 Euro, größere Pakete bei 149 Euro und mehr. Jimdo und IONOS bewegen sich in ähnlichen Spannen. Dazu kommen oft Kosten, die erst später auffallen: Die Domain ist meist nur im ersten Jahr inklusive, professionelle E-Mail-Postfächer kosten extra, und viele Funktionen stecken in Apps und Add-ons mit eigenen Monatsgebühren.
Der eigentliche Kostenblock steht aber auf keiner Preisseite: Ihre Zeit. Wer ohne Vorerfahrung eine komplette Firmenwebsite baut — Struktur, Texte, Bilder, Mobilansicht, Rechtstexte —, ist realistisch 40 bis 80 Stunden beschäftigt. Bei einem kalkulatorischen Stundensatz von 60 Euro entspricht das 2.400 bis 4.800 Euro an Arbeitszeit, die im Betrieb fehlt. Und danach kommt die laufende Pflege dazu.
Beim Website-Abo — auch „Website as a Service" genannt — bauen Profis die Website für Sie und betreuen sie danach laufend: Design, Texte, Hosting, SSL, Sicherheitsupdates, Backups und Inhaltsänderungen sind im Monatsbeitrag enthalten. Sie liefern Informationen über Ihren Betrieb, der Anbieter setzt um. Marktüblich sind je nach Umfang etwa 59 bis 299 Euro im Monat; unser eigenes Modell startet bei 79 Euro.
Der Unterschied liegt also nicht nur im Preis, sondern im Modell: Beim Baukasten mieten Sie Werkzeug und arbeiten selbst. Beim Abo mieten Sie das Ergebnis samt Betreuung. Beides ist legitim — es passt nur zu unterschiedlichen Situationen.
Moderne Baukästen sind technisch gut — Stiftung Warentest bewertete zuletzt die Mehrheit der 16 getesteten Systeme mit „gut" oder „befriedigend". Das Problem ist selten die Technik, sondern das, was Laien damit bauen: überladene Startseiten, fehlende Handlungsaufforderungen, Texte aus der Ich-Perspektive statt aus Kundensicht, Fotos in falschen Formaten. Der Besucher merkt in Sekunden, ob eine Website professionell wirkt — und entscheidet danach, ob er anruft.
Ein Template ersetzt kein Konzept. Die Fragen, die über Anfragen entscheiden — Welche Leistung steht oben? Was ist das Alleinstellungsmerkmal? Wo steht der Kontakt-Button? — beantwortet kein Baukasten automatisch. Genau diese Konzeptarbeit ist der Kern dessen, wofür Sie bei einem betreuten Modell bezahlen.
Bei Google gefunden zu werden ist mit Baukästen möglich, aber Handarbeit: Title und Meta-Description pro Seite, saubere Überschriften-Struktur, komprimierte Bilder, lokale Suchbegriffe — all das müssen Sie selbst wissen und pflegen. Baukasten-Seiten ranken nicht schlechter, weil die Technik schlecht wäre, sondern weil sich nach dem Livegang niemand mehr darum kümmert.
Auch rechtlich bleibt die Verantwortung bei Ihnen: Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Einbindung und DSGVO-konforme Schriften muss der Betreiber selbst sicherstellen — die Baukasten-Anbieter stellen nur Werkzeuge bereit und haften nicht für Ihre Inhalte. Abmahnfallen wie extern geladene Google Fonts sind in Templates schnell übersehen. Bei einem betreuten Abo gehört genau das zum Leistungsumfang des Anbieters.
Ein ehrlicher Vergleich nennt auch die Fälle, in denen der Baukasten gewinnt:
Das Abo-Modell passt, wenn die Website Kunden bringen soll und Ihre Zeit im Betrieb gebraucht wird: Handwerker, Praxen, Salons, Dienstleister mit vollem Kalender. Sie bekommen ein professionelles Ergebnis ohne Anfangsinvestition von mehreren tausend Euro, und es gibt dauerhaft jemanden, der sich um Technik, Sicherheit und Änderungen kümmert — mit festem, planbarem Monatsbetrag als Betriebsausgabe.
Wichtig bei der Anbieterwahl: Die Domain muss auf Sie registriert sein, die Vertragslaufzeit sollte fair sein (12 Monate oder weniger, danach monatlich kündbar), und die enthaltenen Änderungen pro Monat sollten schriftlich fixiert sein. Wie Sie einen Abo-Vertrag im Detail prüfen, haben wir im Ratgeber „Website mieten oder kaufen" beschrieben.
Der Baukasten ist günstiger, wenn Ihre Zeit nichts kosten würde — das tut sie aber. Rechnet man Arbeitszeit, Add-ons und das Risiko eines mittelmäßigen Ergebnisses ein, schrumpft der Preisvorteil deutlich oder kippt ganz. Die Faustregel: Solange die Website nur existieren muss, reicht der Baukasten. Sobald sie verkaufen soll, ist das betreute Modell für die meisten kleinen Unternehmen die wirtschaftlichere Wahl.
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